Verabschiedung von Ute Tillmann – 18. September

Als ich anfing, gab es ja noch keine offene Jugendarbeit in Waldniel, mein Büro war in der heutigen Küche vom Effa.  Mittwochs musste ich um 17.00 Uhr Schluss machen, dann kam der Posaunenchor da rein. Das Effa hatte noch keinen eigenen Telefonanschluss und ich hatte die alte Schreibmaschine von Frau Gläsel. Jeder konnte sehen, wenn ich etwas geschrieben hatte,  denn das O schlug durch das Papier durch und hinterließ kleine Löcher im Papier.

Andreas Bodenbenner von der katholischen Seite hat mich zu Beginn wunderbar unterstützt. Wir waren ein tolles ökumenisches Jugendteam und haben uns gegenseitig ergänzt. Viele geistliche Angebote fanden damals auch im Keller des katholischen Pfarrheims St. Michael statt.

Die Freizeiten waren immer ein Erlebnis. Es gab Freizeiten von Nordschweden bis nach Rom. Früher konnte man noch keine professionellen Angebote „einkaufen“, so haben wir das Programm komplett selbst organisiert.  Damit nichts schief ging, mussten wir eine Vorfahrt machen. Mit meinen Sprachkenntnissen war es nicht immer so einfach den Wirten von den Campingplätzen klar zu machen, was ich wollte.

Ein Schwerpunkt meiner Jugendarbeit im Effa waren technische Angebote. Es gab eine Videogruppe und stundenlang war ich mit den Jugendlichen im Fotolabor.

Mit dem Krieg 1999 im Kosovo, wurde die Arbeit noch stärker politisch.  Auf dem Kaiserparkparkplatz entstand ein Containerdorf. Es kam zu Unmut und Aggressionen im Jugendbereich. Wir haben damals ein Diskussionsforum im Effa angeboten, bei dem es um die Fragen ging: was bedeutet Integration und was ist sinnvoll? Mit dem Angebot „Cafe international“ wurden Distanzen abgebaut. Beim gemeinsamen Kochen und Essen mit den verschiedenen Kulturgruppen kam man sich näher und ich hatte ein Stück Integration geschafft. Jahre später hat mich ein damaliger Asylsuchender noch einmal besucht. Er war von weit gekommen, um mich zu besuchen. Das hat mich sehr berührt.

2001 wurde eine Jugendleiterin für die konfessionelle Kinder- und Jugendarbeit gesucht. Um in diesem neuen Aufgabenbereich zu arbeiten,  brauchte ich allerdings eine theologische Zurüstung. Daher besuchte ich bis 2004 die Theodor-Fliedner Stiftung  und ließ mich berufsbegleitend zur Diakonin ausbilden.

Mein „neues Büro“  in Amern war zunächst im Keller ohne Heizung und Fenster bis Harald Ulland in das neue Pfarrhaus einzog und ich sein Büro übernehmen konnte.

Die konfessionelle Kinder- und Jugendarbeit brachte es mit sich, dass ich jedes Jahr auf vier Konfifreizeiten dabei war. Insgesamt war ich auf 60 solcher Freizeiten.

Im Rückblick ist Ute Tillmann dankbar, dass sie so viele unterschiedliche Menschen kennen lernen durfte und sie ist stolz auf die vielen Menschen, mit denen sie zu tun hatte und die sich haben helfen lassen und es gepackt haben.