Rettungsversuche der Blutbuche am Friedhof Häsenberg

Wer die letzten Tage oder Wochen einen Blick in Richtung Haupteingang Friedhof wirft, hat ein trauriges Bild vor Augen. Eine unserer ca. 200 Jahre alten Blutbuchen leidet an Trockenstress und trotz intensiver Bemühungen unsererseits schätzen die Experten die Chancen, diese Blutbuche noch zu retten, als gering ein. Eine Staude, die sich zurückzieht, stirbt nicht, Sträucher kann man zurückschneiden, sie regenerieren sich. Aber ein Baum, der vertrocknet ist, ist leider tot.

Darum wollen wir nichts unversucht lassen und schließlich besteht ja noch ein Funken Hoffnung. Zu schade wäre es, wenn wir diesen Baum verlieren, ist er doch mit seinem Nachbarn ein Aushängeschild, ein Wahrzeichen unseres Friedhofes.

Schon seit Monaten stehen wir mit dem Amt für Bauen, Landschaft und Planung, Abteilung Untere Naturschutzbehörde, in beratener Verbindung. Auch den Baumexperten Herrn Behnke, von der Behnke Baumpflege GmbH in Brüggen, hatten wir zur Begutachtung und Beratung vor Ort.

Fazit: Der alte Baum an sich ist gesund, seine Verletzungen an der Rinde hat er gut kompensiert, die Druckzwiesel ist fachmännisch abgesichert, nur der anhaltende Wassermangel der letzten Jahre macht ihm schwer zu schaffen und da ist es auch nicht mit 2-3 Eimern Wasser am Tag um den Stamm herum nicht getan.

Und so gestaltet sich unser Rettungsprogramm:

Wir haben über 100 Bohrringe im Bereich der Baumkronenperipherie mit einem 40er Durchmesser gebohrt, um dort nun gezielt den Baum mit ca. 300 Litern Wasser am Tag zu versorgen. Das Wasser wird möglichst langsam zugeführt, damit die Feinwurzeln auch die Möglichkeit bekommen dieses Wasser aufzunehmen. Zusätzlich haben wir in jedes Bohrloch ein Granulat aus Mykorrhiza-Pilzen gefüllt. Dieser Pilz geht eine Symbiose mit dem Baum ein. Dadurch kann der Baum mehr Nährstoff- und Wasserquellen erreichen, da das Pilzmyzel die zur Nährstoffaufnahme befähigte Oberfläche der Baumwurzeln vergrößert. Eine zweite Gabe dieses Granulates wird im Dezember wiederholt.

Zeitgleich leisten wir diese Maßnahmen natürlich auch an der zweiten Blutbuche, damit bei ihr erst gar keine Probleme auftreten. Beide Experten sind sich einig, mehr können wir für diesen Baum fachlich nicht tun!

Wir wissen, viele unsere Gemeindeglieder und/oder Nachbarn leiden mit dem Baum. In den letzten Wochen hatten wir viele Anfragen und gut gemeinte Ratschläge. Auch Vorwürfe, nicht genug für den Erhalt des Baumes zu tun, hörten wir uns an. Ihnen allen möchten wir versichern, dass wir die erheblichen Kosten und Mühen nicht scheuen und alles in unserer Macht stehende leisten, um diesen alten, wunderschönen Baum zu retten. Auch uns liegt er sehr am Herzen. Hoffen Sie mit uns, dass dieser Baum sich erholt und im nächsten Jahr wieder mit seinem Nachbarn um die Wette blüht. Anja Weber, Vorsitzende des Friedhofausschusses