Gemeindekonzeption

Unsere Gemeindearbeit folgt einem klaren Konzept. In einem mehrmonatigen Prozess haben wir im Jahr 2009 unsere bis dahin bestehende Konzeption überarbeitet und den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Entstanden ist eine Konzeption, in der sich unsere Überzeugungen wie die Bedürfnisse der Gemeinde wiederfinden. So finden Sie in unserer Konzeption eine „theologische Grundlegung“ ebenso wie eine Analyse unserer Gemeinde und die weiteren Überlegungen zur Konzeptionierung unserer Arbeit. Wir laden Sie herzlich ein, die so entstandene Gemeindekonzeption zu lesen – wenn Sie Fragen haben, zu fragen – und gegebenenfalls uns Mitteilung darüber zu machen, wenn sie etwas vermissen beziehungsweise für falsch halten. Unsere Gemeindekonzeption ist nicht für alle Zeit gültig, sondern soll fortwährend überprüft und immer wieder angepasst werden.

Leitbild Oase

Oase

Foto: Prof. Dr. Bernhard Eitel

Das Presbyterium hat in einem intensiven Prozess ein neues Leitbild für die Arbeit in unserer Gemeinde gefunden. Wir möchten, dass unsere Gemeinde „Oase“ ist. Was bedeutet das?

Die Oase ist der Ort des Lebens in der Wüste. Als Wüste bezeichnen wir das Leben in seinen Belastungen und Verzerrungen, also alles das, worunter Menschen leiden. Es gibt auch gesellschaftliche Komponenten von Wüste: die bedrohliche wirtschaftliche Lage, die (Angst vor) Arbeitslosigkeit; die Tendenz, dass der Erfolg die Mittel heiligt („Werteverfall“); Familien sind zunehmend zerbrechlich und zerbrechen; die Institution Kirche ist in einer Krise, etliche sagen: Glaube ja, aber Kirche: Nein.

Dazu kommt der sogenannte Traditionsabbruch, das heißt, dass vielen die christliche Tradition zunehmend unbekannt ist. Die Wüste im eigenen Land ist eingebettet in die globalen Dimensionen von Wüste: durch die Globalisierung verlieren viele der armen Länder zusätzlich an wirtschaftlicher Kraft; die Schattenseiten des Internets: Vereinzelung vor dem Bildschirm und entstehende Pseudobeziehungen; die fortwährende Hungerkatastrophe: mehr als 1 Millarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser; der Klimawandel mit seinen zum Teil verheerenden Folgen; die religiös getönten Auseinandersetzungen weltweit.

Diese uns umgebende Wüste fordert uns heraus und wir sind nach angemessenen Antworten gefragt. Das Leitbild Oase soll helfen herauszufinden, was wir tun müssen und was nicht. Es  kann sein, dass manche unserer Veranstaltungen, Gruppen und Kreise bereits jetzt „Oasen-Qualität“ haben. Es kann aber auch sein, dass wir da erst noch hin wachsen müssen.

Was unsere Gemeinde zusätzlich prägt, sind unsere äußeren Rahmendaten: wir leben in der Diaspora („Zerstreuung“) – nur 17 % der Bevölkerung sind evangelisch. Viele arbeiten in den Städten, kaufen und feiern dort und nutzen unsere Dörfer lediglich als „Schlafstatt“. Unsere circa 4.700 Gemeindeglieder leben verstreut in rund 20 unterschiedlich großen Ortschaften; nicht jedes Dorf hat seine eigene evangelische Kirche. Unsere Altersstruktur ist derzeit noch jung:

Alter   Personen   Anteil
0-10      383          8,1 %
11-20    719         15,1 %
21-30    481         10,1 %
31-40    490         10,3 %
41-50    976         20,6 %
51-60    620         13,1 %
61-70    476         10,0 %
71-80    444          9,3 %
81-90    138          2,9 %
91-102   21           0,4 %
gesamt 4748 Gerundet 100 %

(Stand: Sommer 2009)
Mit der abnehmenden Bautätigkeit wird die Gemeinde aber innerhalb der nächsten Generation zunehmend altern. Unter Oase verstehen wir, dass im Glauben an Jesus Christus eine Quelle sprudelt mitten in unserer Welt, von der man sich erfrischen, reinigen, trösten und stärken lassen kann. Die Quelle hat Auswirkungen auf unser Verhalten; wir wollen uns am Leben Jesu orientieren. Unsere Gemeinde soll möglichst vielfältige Zugänge zu dieser Quelle eröffnen, damit möglichst viele verschiedene Menschen, je nach ihrem Alter, hier etwas für sich finden
können. Miteinander gehen wir ein Stück gemeinsam, miteinander feiern wir den auferstandenen Herrn. Dieser Glaube stärkt uns, auch für andere da zu sein, für Bedürftige, für Menschen in Freud und Leid. Wir wollen uns klar äußern auch zu gesellschaftlichen Themen. Diesen Glauben wollen wir weitergeben. Dazu wollen wir besonders die Familien stärken, denn in der Familie wird oftmals der Grundstein gelegt für den Glauben und das Handeln nach christlichen Werten. Wir wissen, dass wir alle Schwächen haben und Fehler machen. Wir sind keine Heiligen. Das heißt aber nicht, dass wir nicht trotzdem das Beste versuchen. Wir  setzen die Gaben ein, die Gott uns gegeben hat und wollen sorgfältig mit den uns anvertrauten geistlichen und finanziellen Gütern umgehen. Dazu gehört auch, dass wir unsere Talente nicht brachliegen lassen, sondern sie durch gezielte Fortbildungen weiter entwickeln. Denn nur gemeinsam sind wir Kirche Jesu Christi.

Hier können Sie sich unser Leitbild als PDF-Dokument herunterladen.