20 Jahre Gesprächskreis pflegender Angehöriger

Ein Beitrag von Edith Berndt:

Im Januar 2000 fand das erste Treffen des Gesprächskreises für pflegende Angehörige statt. Pfarrer Dr. Harald Ulland hatte die Idee zu diesem Angebot, um den Betroffenen eine Möglichkeit zu bieten, sich auszutauschen und auch, wenn nötig, Wege der Hilfe zu erfahren. Gestützt und gestärkt werden sie auch vier mal im Jahr durch die Anwesenheit von Sozialpädagogin und Trauerbegleiterin Frau W. Aengenvoort. Sie hilft den Betroffenen, einmal zur Ruhe zu kommen und abzuschalten.

Einige Monate nach der Einführung wurde aus der Idee ein gemeinsames Projekt der evangelischen Kirchengemeinde und der Caritas Station Waldniel. Zunächst war es Herr Bürger, Leiter der Caritas Station Waldniel, der daran interessiert war, den Gesprächskreis mitzutragen und anzubieten. Nach seinem Ausscheiden unterstützt der Einrichtungsleiter der Caritas Waldniel, Herr Wende, das Angebot. Dies insbesondere dadurch, das bei jedem Treffen eine Caritas Schwester zugegen war. Dies ist seitdem immer noch der Fall. Zur Zeit ist Kornelia Runken dabei, die mit praktischen Ratschlägen und Tipps zum Gelingen der Treffen beiträgt.

1.179 Menschen haben sich bisher jeden zweiten Montag des Monats, von 16.00 bis 17,30 h im Gemeindezentrum in Amern getroffen. (Ausnahme die Sommerpause Juli und August). Die Größe der Teilnehmer*innenrunde ist unterschiedlich. Zur Zeit sind es 12 Personen,wir waren aber auch schon einmal im sehr vertrauten Kreise zu dritt. Fast immer sind es Frauen, die pflegen. Nur sieben Männer waren in dem vergangenen Zeitraum zeitweise dabei.

Das Gespräch untereinander ist die Grundlage und äußerst wichtig. Zu wissen, dass die, die hier um den Tisch sitzen, wissen, wovon ich rede, ist beruhigend und wohltuend gleichermaßen. Die anderen am Tisch kennen auch meine Hilflosigkeit, die Überforderung, das Gefühl nicht geduldig genug mit meinem Kranken gewesen zu sein und die stetige Angst zu versagen. Es stärkt, zu wissen, dass man nicht allein ist und dass die anderen Frauen viele Situationen ähnlich erleben.

Heute ging es nach langer Zeit ja mal um mich, wie schön!“ sagte mir eine Frau dankbar. Wir erleben immer wieder, dass Frauen, auch dem Tod ihres Angehörigen, weiter zu den Treffen kommen. Für mich ein Zeichen der großen Zusammengehörigkeit untereinander.

Wenn möglich, laden wir Referenten und Referentinnen ein, Fachleute, die den Angehörigen Hilfestellungen geben und ihre Hilfsangebote vorstellen.
Bei Kaffee und Gebäck vergeht die gemeinsame Zeit meistens zu schnell. Ich freue mich und habe ein gutes Gefühl, wenn mir eine beim Abschied sagt: „Das hat heute wieder gut getan!“

Edith Berndt

Mehr über die Idee des Erzählcafés und Anregungen zu weiteren Themen für solche Gesprächskreise erfahren und finden Sie in diesem PDF.